Historische Aspekte der Zahnmedizin (Teil I)

Historische Aspekte der Zahnmedizin

Die Erkrankung von Zähnen, Zahnfleisch und Kiefer, im Besonderen Karies gibt es schon seit Tausenden von Jahren. In der Historie hat sich die Zahnmedizin weiterentwickelt. Doch es war ein langer Weg bis zum heutigen Stand der Technik. Wobei der größte Fortschritt in den letzten 200 Jahren gemacht wurde.

Karies gab es schon vor 15.000 Jahren

Archäologische Funde aus den Jahren 13.000 v. Chr. im Mittelmeerraum zeigen, dass schon die damalige Bevölkerung unter den Folgen von Karies und Entzündungen der Mundhöhle litt. Dies ist eine relativ neue Erkenntnis. Bis dahin glaubte man, dass Karies erst viel später auftrat, bedingt durch Nahrungsmittel aus Getreide. Ein Fund von Überresten in Norditalien zeigte zudem, dass bereits damals gehandelt wurde, um einen von Karies befallenen Zahn zu versorgen. Bis zu dieser Entdeckung war ein solches zahnärztliches Vorgehen nur von Ausgrabungen in Südasien von 5500 bis 7000 v. Chr. bekannt. Schon damals waren die Menschen in dieser Gegend in der Lage infiziertes Zahngewebe zu entfernen und auch Füllungen herzustellen. In Slowenien wurde beispielsweise eine Zahnfüllung aus Bienenwachs von vor etwas 6500 Jahren gefunden. Auch das Entfernen von Zähnen war damals keine Seltenheit. Hier wird allerdings eher ein ritueller oder kosmetischer als ein medizinischer Hintergrund vermutet.

Der erste Zahnarzt in der Geschichte

Die Ägypter waren der heutigen westlichen Zivilisation weit voraus. So ist es nicht verwunderlich, dass der erste genannte Zahnarzt von dort stammt. Bereits 2000 v. Chr. waren dort Erkrankungen, wie Karies und Zahnfleischentzündung bekannt und konnten behandelt werden. Wenn es zur Mumifizierung kam, war es den Ägyptern besonders wichtig, möglichst vollständig in das Reich der Toten zu gehen, darum wurden auch nach dem Tod noch fehlende Zähne ersetzt und mit Golddraht befestigt.

Auch die Griechen und Römer befassten sich Hunderte von Jahren vor Christus Geburt schon mit Zahnheilkunde. Es gibt Aufzeichnungen über kieferorthopädische Behandlungen bei Kieferbrüchen. Zahnersatz spiele zudem bei den Römern eine Rolle. Schon damals wurden fehlende Zähne aus Elfenbein ersetzt und mit Golddraht befestigt. Verschiedene Funde von Überresten und Aufzeichnungen beweisen, dass es schon zu dieser Zeit erste zahnmedizinische Ansätze für Prothesen, Oralchirurgie und Zahnheilkunde gab, mit anscheinendem Erfolg.

Die Urzahnbürste

Neben den ersten zahnmedizinischen Behandlungen wurden bereits im Altertum schon Zahnbürsten ähnliche Hölzer für die Zahnhygiene verwendet. Die Araber und Inder verwendeten die fasrigen Zweige des sogenannten Zahnbürstenbaums als frühzeitliche Zahnbürste. Dieser wirkte desinfizierend und enthielt sogar Fluorid. Die Römer hingegen pflegten sich die Zähne mit Urin zu putzen, dieser Brauch war auch unter Chinesen zu finden.

Die Legende vom Zahnwurm

Der Zahnwurm ist eine Legende, die sich über viele Tausend Jahre gehalten hat. Er wurde als Verursacher von Karies und Zahnschmerzen benannt. Interessanter Weise war der medizinische Aberglaube an den Zahnwurm auf der ganzen Welt über verschiedene Zeitalter verbreitet. In Europa, Indien, Ägypten, Japan, China und sogar in Südamerika glaubte man an ihn und es gab verschiedene Methoden zur Behandlung. Dazu gehörten Räucherungen, Spülungen und Einlagen mit verschiedenen Heilmitteln aus Kräutern. Erst im 19. Jahrhundert wurden neue Ansätze für die Ursache von Karies entwickelt. Der Glaube an den Zahnwurm hielt sich teilweise bis in das 20. Jahrhundert, vor allem in Asien.

Historische Aspekte der Zahnmedizin (Teil II)

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